Das Vorstandsmitglied des DARC, Jürgen Sturhahn, DL8LE hat vor wenigen Tagen einen interessanten Artikel auf die Homepage des DARC unter der Rubrik Vorstandsblog gestellt. In diesem Artikel werden Vergleiche zwischen der Führung eines Unternehmens und der Führung des DARC gezogen und für mich kommt der Verfasser zum Ergebnis, dass ein Verein im Prinzip genauso zu führen ist, wie ein Unternehmen, mit Besonderheiten.
Mal der Reihe nach. Zunächst zur Publikationsform selber, der Vorstandsblog des DARC. Eine gute Idee, in loser Folge Themen aufzugreifen und den Mitgliedern Meinungen und Absichten zu kommunizieren. Das ist wirklich ein Schritt nach vorne. Leider hat die Macher der Mut etwas verlassen, denn das Salz in der Suppe fehlt: Das ist eine Kommentarfunktion! Aus meiner Sicht gehört in einen solchen Blog, gerade wenn er gedacht ist, um Mitgliedereinbindung und -Ansprache zu stärken, unbedingt eine Kommentarfunktion. Jetzt könnte man sagen, dafür haben wir doch das DARC-Forum. Das ist nicht vergleichbar. Der Leser nimmt den Artikel im Blog auf und ist, wenn überhaupt, genau dann bereit, eine Meinung dazu zu geben, ohne weitere Klicks. Dies geht optimal über eine Kommentarfunktion, die man mit Maßnahmen wie Software und Moderation vor Spam und unsachgemäßen Beiträgen schützen kann. Wenn man natürlich keine Kommentare hören will, dann lässt man eine Kommentarfunktion weg und ich schreibe meinen Kommentar in meinen eigenen Blog. Wer Lust hat liest ihn, wer nicht, der lässt es sein.
Nun zur eigentlichen Kern-These von DL8LE: Der DARC als Unternehmen?
Ja, der DARC hat zweifellos viele Parallelen zu einem Unternehmen und es gibt Bereiche des Clubs, die sogar Unternehmen sind. In einem Punkt gebe ich Jürgen Sturhahn recht: Ein so großer Dachverband erfordert eine Professionalität im Management. Ich gehe noch einen Schritt weiter: Er benötigt auch eine offene, diskussions- aber auch lösungsorientierte Kultur. Ob der DARC über diese Eigenschaften verfügt oder dabei ist, sie zu erlangen, mag jeder für sich entscheiden.
Einen aus meiner Sicht entscheidenden Punkt übersieht DL8LE jedoch, zumindest sagt er in seinem Artikel wenig dazu: Der DARC benötigt ehrenamtlich tätige Mitglieder für die Erfüllung seiner Aufgaben. Das sind keine Profis, die Geld für Ihre Arbeit bekommen sondern sie müssen motiviert werden und sie machen die Arbeit aus Spaß an der Sache. Und wenn diese Triebfeder durch zu viel “unternehmerische Denke” verloren geht, dann bedeutet das, dass auf Dauer keine Menschen mehr gefunden werden können, die Aufgaben übernehmen. Hierbei schließen sich Hobby und Spaß an der Sache sowie gute und professionelle Qualität nicht aus sondern das eine stützt das andere.
Dieser Aspekt ist für mich der alles entscheidende Punkt in einem Verein, der sich mit der Ausübung eines Hobbys beschäftigt. Wir sehen das doch in den Ortsverbänden und da schließe ich meinen OV gleich ein. Wenn keiner mehr da ist, der irgendeine Aktivität auch anpackt und mit gestaltet, dann stirbt die Gemeinsamkeit und irgendwann auch der Verein. Also, lieber OM Jürgen, ich empfehle dringend, das Menschliche, den Spaß an der Sache und damit die Motivation der zentralen Funktionsträger zu stärken und permanent im Auge zu behalten. Und dies bei allen Bemühungen um mehr Wirtschaftlichkeit und mehr Qualität und Professionalität, die auf jeden Fall den Club modernisieren.
73, Uwe – DL2UL
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