Auch in 2010 war ich in der Lage, die Ham-Radio zu besuchen. Anreise Donnerstag, früh los gefahren aber es sind und bleiben zwischen 6 und 7 Stunden Autofahrt. Ich hatte mir diesmal fest vorgenommen, auf der ganzen Tour die 2-Meter Mobilfrequenz 145.500 Mhz zu aktivieren und das habe ich auch gemacht. Um dieses Kapitel kurz abzuschließen: 500 von 619 Kilometer tote Hose trotz CQ-Rufen. Aber dann gab es doch noch drei schöne QSO’s, eines davon sogar mit DL6SAK, unserer YL im DARC-Vorstand. Auf der Rückreise am Sonntag war es kaum besser. Immerhin zwei QSO’s. Schade, denn es waren sehr viele Funkamateure auf der Autobahn, wie an den Antennen und häufig den Rufzeichenschildern leicht erkennbar war.
Absolut beeindruckend ist immer wieder der Blick, wenn man dann nach langer Autofahrt im nördlichen Teil
auf den Bodensee trifft. Das Wetter war Spitze, Postkartenaussicht, Urlaubsfeeling machte sich breit. Die Unterkunft war prima und ab 15 Uhr konnte ich meinen ersten Erkundungsgang zum Ham-Camp starten, um meine Eintrittskarte zu kaufen. Dort hätte man neben einer Eintrittskarte auch gleich zwei beeindruckende “Portabel”-Masten auf einer Bundeswehrlafette mit Zugfahrzeug kaufen können. Leider blieb der Preis im Verborgenen aber die Teile standen zum Verkauf. Unglaublich.
Am Freitagmorgen ging es dann los. Wer schon öfter dabei war, weiss, dass man sich ruhig bis 9.30 Uhr Zeit lassen kann. Und so war es dann auch. Das Gedränge war in diesem Jahr nur noch schlimmer, da die Messe Friedrichshafen die neuen Eintrittskarten bei jedem Messebesucher scannen wollte und dies von Hand mit windowsbasierten Handhelds. Das dauerte! Die schönen 3-Tages-Plaketten haben wohl ausgedient und wurden nur noch ausgegeben, weil sie schon produziert waren. Schade.
Kurze aber heftige Verwirrung beim Flohmarkt, der sich erstmals auf der anderen Hallenachse befand. Stichwort Flohmarkt: Immer noch sehr groß aber seit Jahren in einem ständigen Schrumpfungsprozess. Nunmehr noch zwei Hallen und in Halle 2 war sehr viel Luft und viele leere Tische und Freiflächen. Das Angebot fand ich teilweise einfach unverschämt überteuert. Wollte mir doch tatsächlich jemand ein gebrauchtes Heil-Mikrofon für 110 EUR verkaufen, das ich dann original und neu später bei Wimo in Halle A1 für 135 EUR kaufen konnte. Auch wenn ich das Mikrofon nicht gekauft habe, ein schönes Beispiel. Allerdings sieht man auf dem Flohmarkt auch viele echt alte Schätzchen, Radios, Messgeräte, Röhren und vieles mehr, wie es selbst in Dortmund einfach nicht mehr zu bekommen ist.
Halle A1 war gut belegt und hatte viel zu bieten. Einige Splitter: Hilberling ist wieder da mit seinem PT 8000,
ich frage mich nur ernsthaft, wer das Teil kaufen wird. Wer es in Erwägung zieht, sollte dann vorher mal den K3 testen. Elecraft war mit Eric Swartz, WA6HHQ auch aus USA vertreten und stellte geduldig seinen neuen Pan-Adapter vor. Eine schöne Lösung, der Bildschirm kann mit den Vergleichsgeräte von Icom oder Yaesu locker mithalten. Ich finde aber die Lösung mit dem Pan-Adapter von Larry Phillips flexibler und preiswerter.
Sehenswert ist auch der neue Mobil-Dualbander von Yaesu FTM 350. Ein sehr schönes Gerät aber als ich den Preis sah, konnte ich es nicht glauben: Difona wollte 735 EUR für das Gerät haben und es war für mich nicht überraschend, dass der Stapel einfach nicht kleiner wurde. Irgendwo hört der Spass auf. Erstaunlich für mich war auch, dass ich mehrere Kisten mit Yaesu’s neuem Kurzwellen Trx FT 5000 die Halle verlassen sah. Ein beeindruckendes Gerät und auch nicht gerade ein Schnäppchen.
Innovativ die Mannschaft vm X-Reflector.Net, die einen alternativen, auf Software basierenden D-Star Repeater aufgebaut haben. Aber auch diese Entwicklung kann mich noch nicht von D-Star überzeugen. Ich finde, das irgendwie merkwürdig, dass man jetzt diskutiert, die Leistung von D-Star-Repeatern auf bis zu 50 Watt zu erhöhen, weil die Verbindungen nicht so weit reichen. Ich habe gehört, dass im digitalen BOS-Funk ähnliche Probleme bestehen.
Nette Leute treffen: Zu meiner großen Überraschung traf ich dann am Stand der AGZ unser R10 Mitglied Diethard, DK2EI. Auch Peter Kern, DL1EIP, Christian Jansen, DF6EF und weitere OMs waren da. Und am Abend gab es dann die große Überraschung über Funk: Ich hatte mehrfach versucht, über Echolink über DB0KX, DM0KR und DB0HSN nach Krefeld zu rufen. Irgendwie hatte es nie geklappt: DM0KR war offline und auf den beiden anderen Repeatern hat keiner meinen Ruf beantwortet. Plötzlich rief dann aber Hans-Peter, DL9EBF kurz vor Abfahrt zum OV-Abend zufällig genau über den richtigen Repeater in Friedrichshafen und die Verbindung klappte prima. Ich finde Echolink einfach eine gute Sache.
Sehr nett war auch Samstag die Ham-Party. Die tolle live-Band hätte ein größeres Publikum verdient gehabt. Neben Karlo, DD7OI habe ich auch Paul, M0TZO aus England kennen gelernt. Und das war ein toller Abend, der bei Deutschem Bier nur in englischer Sprache lief. Am Schluss konnten wir Paul noch helfen, das Abruftaxi und den letzten Zug nach Kluftern zu bekommen. Übrigens, Pauls Vorhersage, dass England gegen Deutschland verlieren würde, hat sich ja erfreulicherweise auch bestätigt.
Fazit: Die Ham-Radio war wieder ein schönes Erlebnis. Der Aufwand ist sicher hoch, dies muss jeder für sich bewerten. Foto-Eindrücke habe ich auf Flickr bereitgestellt.
73, Uwe – DL2UL
Update vom 04.07.2010
Ein sehr schönes Video hat DV Peter Kern gefunden und das lohnt sich, hier einzubetten:



Ein nett geschriebener Bericht – und ich kann mich Deinen Eindrücken nur anschließen…
Ein gebrauchter HAM-4-Rotor in erbärmlichem Zustand für 390.-€ ließ mich den Verkäufer fragen ob das Ding vergoldet sei….
Am Tag nach der Messe bekam ich in einem Zufalls-QSO auf dem Olympiaturm-Relais meinen gesuchten HAM 4 für 150.-€ in einem Zustand der nahezu wie neu ist
73 Mike DO1MDE