DSL-Ausbau im Forstwald – Leserbrief an die Westdeutsche Zeitung


DSL-Ausbau spaltet Forstwald in digitale Zwei-Klassen-Gesellschaft-
Telekom hält Zusagen nicht ein

Am 09.12.2008 berichtete die WZ über eine Informationsveranstaltung für Bürger in Krefeld Forstwald, in der über den Ausbau des schnellen DSL-Netzes im Stadtteil berichtet wurde. Begleitet und ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom Bürgerverein Forstwald, der sich sehr für den DSL-Ausbau eingesetzt hatte.

Geplant und schon im Bau war eine Netzanbindung, bei der jeweils in Abhängigkeit von der Entfernung zum Verteilerknoten den Forstwaldern endlich das moderne 16 Mbit DSL oder wenigstens 6 Mbit zur Verfügung stehen sollte. Im Ersten Abschnitt bis Weihnachten sollten die ersten Wohngebiete im Wald versorgt sein. Bis Ende Januar dann der Rest. Im Umkreis von 4,5 Km um die Verteilerkästen sollte immerhin 6 Mbit Geschwindigkeit möglich sein. Das reicht vom Radius her für den gesamten Forstwald.

Bereits bei der Infoveranstaltung, die hervorragend besucht war, sammelte die Telekom fleissig Vertragsabschlüsse ein. Ab Januar konnten sich auch die Kunden des zweiten Bauabschnittes im Telekom-Shop in St. Tönis einschreiben und Verträge abschliessen.

Da sich nun aber seit Wochen nichts tut, haben wir bei der Telekom nachgefragt und erfahren von Ulrich Gems, aus dem Telekom Qualitätsmanagement, dass der Bereich des Forstwaldes nördlich der Bahnstrecke aktuell nun noch nicht an die schnelle DSL-Leitung angebunden wird.

Von der Telekom ist zu erfahren, dass für den Bereich nördlich der Bahn in einem neuen Planungslauf erst wieder die Wirtschaftlichkeit geprüft werden muss und dies kann Wochen dauern, die Entscheidung ist offen.

Die Kunden in diesem Gebiet wurden also mit falschen Aussagen zu Vertragsabschlüssen beraten, der Forstwald wird zur digitalen Zwei-Klassen-Gesellschaft. Gerade unter wirtschaftlichen Aspekten erscheint  mir die Vorgehensweise der Telekom merkwürdig, ist doch die Anzahl der Haushalte und damit der möglichen Kunden auf der Nordseite der Bahn höher als im Wald selbst. Ich möchte nicht annehmen, dass die aktuelle Priorisierung auf die Bewohner selbst zurückzuführen ist, wohnen doch im bewaldeten Kern des Ortsteils zahlreiche einflussreiche Meinungsbildner aus der Krefelder Politik und Wirtschaft.

Krefeld, 20.02.2009
Uwe Leigraf

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