Angehörige meines Jahrgangs mit leichtem Plus oder Minus müssen ihn sicher kennen: Mal Sondock und seine “Diskothek im WDR” und seiner “Mal Sondocks Hitparade”. Mittwoch Abend war da fest gebucht, am Radio und den Finger auf den Aufzeichnungstasten des Kassettenrecorders oder Tapedecks. So kamen wir damals zum Nulltarif an die aktuellen Musikstücke und ärgerten uns jedes Mal schwarz, wenn “Mal” wieder in die Aufnahme reinquatschte. Mal ist leider im Juni 2009 verstorben aber es gibt noch eine schöne Fanseite.
Nun, auch in der aktuellen Zeit macht es mir noch Spaß im Auto oder auch zu Hause aktuelle Hits zu hören und auch wenn man sich zwischendurch immer mal eine CD gekauft hat oder aktuell auch den ein oder anderen Song im iTunes-Store kauft: Wenn man permanent aktuelle Musik kaufen würde, kann das ganz schön ins Geld gehen. Das geht vielen Leuten so und da ist die Verlockung, sich in Tauschbörsen wie z. B. BitTorrent oder anderen Peer to Peer Netzwerken zu beteiligen, sehr groß.
Und da sind wir dann ganz schnell beim Thema Urheberrecht und da kann es wirklich teuer werden. Durch einen Beitrag aus dem WDR Computerclub, den ich Euch wirklich ans Herz legen möchte, wurde ich einerseits noch mal auf die dramatische Entwicklung bei der Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen durch Privatleute aufmerksam und habe andererseits einen guten Softwaretipp erhalten, wie man Musik für den privaten Gebrauch im Internet aufnehmen kann. Wobei wir dann wieder bei unserer Mal Sondock Geschichte wären.
Der Reihe nach:
Wer seine Musiksammlung über ein Netzwerk wie BitTorrent teilt, bietet seine Musik, in der Regel urheberrechtlich geschützt, widerrechtlich weltweit an. Es gibt jede Menge Anwaltsbüros, die mit maschineller Unterstützung die IP-Adressen der Teilnehmer ermitteln und mit voller Deckung durch das Gesetz und die Gerichte im Auftrag der Rechteinhaber Abmahnungen versenden. Dabei ist die Spanne der Abmahnkosten leicht zwischen 500 und 15.000 EUR anzusetzen. Nur noch mal zu Erinnerung: Im Internet ist jeder über eine eindeutige IP-Adresse ermittelbar, wenn ein Gericht den Provider anweist, die Namen zu den Adressen heraus zu geben. Und genau das tun die Gerichte bei Vorlage von entsprechenden Begründungen. Wer mehr wissen möchte, höre sich bitte den oben verlinkten Podcastbeitrag an.
Was kann man tun?
Rechtsanwalt Christian Solmecke berichtet im Podcast, dass es zum Beispiel problemlos ist, wenn man via Internet Radio hört und dabei die Musik für private Zwecke aufnimmt. So haben wir es in den 70er und 80er Jahren mit Mal Sondocks Hitparade auch gemacht. Heute funktioniert die Sache etwas komfortabler.
Softwaretipp: Radio.FX von Tobit-Software. Diese Software, die es in einer Basisversion kostenlos für Mac und Windows gibt, kann bis zu vier Radiosender im Internet gleichzeitig hören und aufzeichnen. In der kostenpflichtigen Version sind noch mehr möglich. Was macht die Software mit den Aufnahmen?
Die Software erkennt die Musikstücke, schneidet sie aus redaktionellen Beiträgen heraus, sucht im Internet die Titel, Interpreten und andere Informationen, sucht Cover dazu und bringt die Musikstücke in übersichtliche Listen, die man sehr schön sichten kann. Dies geschieht komplett automatisch und kann auch im Hintergrund laufen, wenn die Bandbreite der Internetverbindung stimmt. Anschließend kann man das Ganze in Kollektionen als MP3 ausgeben oder exportiert nach iTunes oder sonst wohin. Wichtig: Nur für den privaten Gebrauch!
Wenn man die Vollversion des Programms kauft, gibt es noch einige sehr interessante Funktionen dazu. Auch wenn die kostenlose Basisversion nicht alle Funktionen freigeschaltet hat, kann man damit schon gut arbeiten und das Prinzip kennenlernen. Das einzige, was ich empfehlen möchte, ist mindestens 500 MB freien Speicherplatz auf der Festplatte, besser noch eine eigene 1 TB Festplatte, um den Stream länger aufzunehmen. Dazu ist auch eine gute DSL-Flatrate erforderlich (mind. 4 Mbit, besser mehr, wenn man noch andere Dinge im Netz gleichzeitig machen möchte).
Schaut Euch die Software einfach mal an. Ich bin der Meinung, mit dieser Lösung erübrigt sich das Risiko, als Teilnehmer einer Tauschbörse in ein Abmahnverfahren zu geraten. Viel Spaß und Erfolg damit.